Eigenkapitalrendite berechnen

Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie effektiv dein eingesetztes Kapital arbeitet – und nutzt den Hebeleffekt der Fremdfinanzierung.

EK-Rendite Rechner

12%
20%
EK: 56.000 €FK: 224.000 €
3.5%
2.0%

Eigenkapitalrendite

-6,6 %

Schwacher Hebel

Vergleich

Objektrendite (Netto):3,1 %
Eigenkapitalrendite:-6,6 %
Hebelwirkung:Negativ

Zum Vergleich

ETF (MSCI World): ~7% p.a. historisch

Tagesgeld: ~3% p.a. aktuell

Festgeld: ~3,5% p.a. aktuell

Vollständige Analyse starten

Was ist die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite (auch: Cash-on-Cash Return) zeigt, wie viel Rendite du auf dein tatsächlich eingesetztes Kapital erzielst – nicht auf den gesamten Immobilienwert.

Die Formel

EK-Rendite = (Jährlicher Cashflow ÷ Eigenkapital) × 100

Der Hebeleffekt erklärt

Wenn die Objektrendite höher ist als dein Kreditzins, profitierst du vom positiven Leverage:

  • Du finanzierst z.B. 80% fremd zu 3,5% Zinsen
  • Das Objekt erwirtschaftet 5% Nettorendite
  • Die Differenz (1,5%) hebelt deine EK-Rendite nach oben

Achtung: Der Hebel wirkt auch umgekehrt! Steigen die Zinsen über die Objektrendite, wird deine EK-Rendite negativ gehebelt.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Eigenkapitalrendite bei Immobilien?

Eine gute Eigenkapitalrendite liegt bei mindestens 8%. Zum Vergleich: ETFs bringen historisch ca. 7% p.a. Unter 3% lohnt sich der Aufwand einer Immobilie kaum.

Wie berechnet man die Eigenkapitalrendite?

Die Eigenkapitalrendite berechnet sich: (Jährlicher Cashflow / eingesetztes Eigenkapital) × 100. Bei 2.400 € Cashflow und 40.000 € Eigenkapital ergibt das 6%.

Warum ist die Eigenkapitalrendite oft höher als die Objektrendite?

Durch den Hebeleffekt (Leverage): Du finanzierst einen Teil fremd. Die Mieteinnahmen erwirtschaftest du auf den gesamten Objektwert, aber dein eingesetztes Kapital ist geringer.

Eigenkapitalrendite vs. Gesamtrendite – was sagt mehr aus?

Die Gesamtrendite (Objektrendite) zeigt die Rentabilität der Immobilie selbst, unabhängig von der Finanzierung. Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie effektiv dein eingesetztes Kapital arbeitet. Für Investoren ist die EK-Rendite relevanter, da sie den Leverage-Effekt berücksichtigt und den Vergleich mit alternativen Anlagen ermöglicht.

Ist 100% Finanzierung sinnvoll für hohe EK-Rendite?

Theoretisch ja – bei 0% Eigenkapital wäre die EK-Rendite unendlich hoch. In der Praxis akzeptieren Banken selten eine Vollfinanzierung, und wenn, dann zu höheren Zinsen. Zudem steigt das Risiko enorm: Jede Zinssteigerung, jeder Leerstand trifft dich voll. Eine gesunde EK-Quote von 15–25% bietet den besten Kompromiss aus Rendite und Sicherheit.

Wie wirkt sich die Tilgung auf die EK-Rendite aus?

Die Tilgung reduziert den Cashflow und damit die kurzfristige EK-Rendite. Gleichzeitig baut sie Eigenkapital in der Immobilie auf – die 'versteckte Rendite'. Wenn du Tilgung als Vermögensaufbau einrechnest, steigt die Gesamt-EK-Rendite deutlich. Bei 2% Tilgung auf 200.000 € Darlehen sind das 4.000 € jährlicher Vermögenszuwachs.

EK-Rendite bei steigenden Zinsen

Steigende Zinsen sind Gift für die EK-Rendite. Wenn dein Kreditzins über die Nettorendite des Objekts steigt, kehrt sich der Hebeleffekt um (negativer Leverage). Beispiel: Bei 5% Objektrendite und 5,5% Zinsen verlierst du mit jedem Euro Fremdkapital Geld. Daher ist eine lange Zinsbindung in Niedrigzinsphasen besonders wichtig.

Welche Risiken hat der Hebeleffekt?

Der Hebeleffekt verstärkt nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste. Risiken sind: Zinssteigerung bei Anschlussfinanzierung, Mietausfall bei hoher Fremdfinanzierung, Wertverlust der Immobilie bei gleichbleibender Restschuld, und erzwungener Verkauf bei Liquiditätsengpass. Je höher der Hebel, desto wichtiger sind Rücklagen und stabile Mieteinnahmen.

EK-Rendite mit und ohne Wertsteigerung

Die klassische EK-Rendite berücksichtigt nur den Cashflow. Rechnet man die Wertsteigerung (z.B. 1–2% p.a.) und den Tilgungsgewinn hinzu, ergibt sich die 'Gesamtrendite auf Eigenkapital'. Diese kann leicht 5–10 Prozentpunkte über der reinen Cashflow-EK-Rendite liegen. Vorsicht: Wertsteigerung ist nicht garantiert.

Wie beeinflusst die Steuer die EK-Rendite?

Steuerliche Effekte können die EK-Rendite erheblich verbessern. Zinsen, AfA (2–3% p.a. vom Gebäudewert), Verwaltungskosten und Instandhaltung sind als Werbungskosten absetzbar. Bei hohem Grenzsteuersatz (42%) kann der Steuervorteil die EK-Rendite um 2–4 Prozentpunkte erhöhen. Besonders bei Denkmal-AfA sind die Effekte noch stärker.

EK-Rendite bei verschiedenen Eigenkapitalquoten

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Eigenkapitalrendite bei unterschiedlichen Eigenkapitalquoten verändert. Annahmen: 250.000 € Kaufpreis, 12% Kaufnebenkosten, 900 € Kaltmiete, 180 € Betriebskosten, 3,5% Zinsen, 2% Tilgung.

EK-QuoteEigenkapitalFremdkapitalCashflow/JahrEK-Rendite
100%280.000 €0 €8.640 €3,1%
40%112.000 €168.000 €1.404 €1,3%
20%56.000 €224.000 €-2.692 €-4,8%
10%28.000 €252.000 €-4.746 €-17,0%

Hinweis: Bei aktuellen Zinsen von 3,5% und einer Nettorendite von ca. 3,1% ist der Hebeleffekt negativ. Die EK-Rendite sinkt mit abnehmendem Eigenkapital. Bei niedrigeren Zinsen (z.B. 1–2%) kehrt sich der Effekt um und weniger Eigenkapital bedeutet eine höhere EK-Rendite.

5 Tipps zur Optimierung der Eigenkapitalrendite

1

Zinssatz unter Objektrendite halten

Der Hebel funktioniert nur, wenn dein Kreditzins unter der Nettorendite des Objekts liegt. Vergleiche Angebote und verhandle mit mehreren Banken.

2

Steuerliche Vorteile nutzen

AfA, Zinsen und Werbungskosten absetzen. Bei Denkmalimmobilien kann die Sonder-AfA die EK-Rendite nach Steuern erheblich steigern.

3

Wertsteigerung einkalkulieren

In Wachstumsregionen steigern 1–2% jährliche Wertsteigerung die Gesamt-EK-Rendite erheblich. Standortwahl ist entscheidend.

4

Eigenkapital-Recycling nutzen

Nach einigen Jahren Tilgung und Wertsteigerung kannst du per Nachfinanzierung Eigenkapital freisetzen und in die nächste Immobilie investieren.

5

Risiken im Blick behalten

Hohe EK-Rendite bedeutet hoher Hebel – und hohes Risiko. Plane immer Rücklagen für Zinssteigerungen, Leerstand und unerwartete Reparaturen ein.

Weiterführende Analysen

Die Eigenkapitalrendite zeigt die Effizienz deines eingesetzten Kapitals. Für eine umfassende Bewertung solltest du weitere Kennzahlen berechnen: